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GRAPHOLOGIE

FACETTEN DER PERSÖNLICHKEIT

So geht's leichter


Wenn Sie einen Text für eine Handschriftanalyse schreiben, dann fühlen sich - wie die meisten Leute - wohl unsicher. Fragen tauchen auf:
Worauf kommt es an?
Gibt es besondere Tricks?
Wie kann ich mich besonders gut präsentieren?

Welchen Text schreibe ich am besten?

Tipp 1:
Ruhe und Konzentration

Nehmen Sie sich genügend Zeit und Ruhe
Genau so, wie Sie sich auf ein Vorstellungsgespräch konzentrieren, sollten Sie sich auch auf das Schreiben einstellen. Dann laufen Ihre Bewegungen locker ab und Sie präsentieren sich genau so, wie Sie sind.

Tipp 2:
Schule vergessen!

Schreiben Sie spontan
Viele haben noch unangenehme Erinnerungen an die Schule. "Schreib schön!" oder "Schreib leserlich!" hiess es da oft.
Das können Sie getrost vergessen, wenn Sie eine Handschriftprobe schreiben.
Als Graphologin interessieren mich die individuellen Züge in Ihrer Schrift - also genau das, was von der Schulvorlage abweicht. Darin sieht man das Besondere - "Musterschriften" sind wenig aussagekräftig.

Tipp 3:
Keine "Kosmetik"!

Versuchen Sie auf keinen Fall, die Schrift zu "beschönigen"
Im Laufe der Zeit - und ganz besonders, wenn man oft sehr eilig schreibt - werden die einzelnen Buchstaben ungenauer. Das ist natürlich und ist beispielsweise mit ein Grund, weshalb ich das Alter der schreibenden Person kennen muss. (vgl. Gut zu wissen)

Tipp 4:
Schreibzeug

Wählen Sie ein Ihnen passendes Schreibzeug
Womit schreiben Sie am liebsten? Mit Tinte, mit Kugelschreiber, mit Fineliner oder sonst etwas? Nehmen Sie das Schreibzeug, das Ihnen "gut liegt". Die einen mögen kräftige Stifte, andere bevorzugen feine Geräte. Auch das ist ein Stück Persönlichkeit.
Vor allem: graben Sie nicht den Fülli aus der Schulzeit aus, wenn Sie den sonst nie mehr gebraucht haben.

Tipp 5:
Papier

Schreiben Sie auf unliniertes Papier
Ein wichtiger Aspekt bei der Beurteilung einer Handschrift ist auch die Raumaufteilung: Wie gross sind die Zeilenabstände im Verhältnis zur Schriftgrösse? Wie gross sind die Wortabstände? Wie werden die Ränder gestaltet?
Sind Linien oder Karos vorgedruckt, dann halten sich die meisten Leute daran, obwohl sie vielleicht lieber einen grösseren oder einen kleineren Abstand zwischen den Zeilen machen würden.
Darum: verwenden Sie unliniertes Papier und legen Sie auch keine "Eselsleiter" darunter.

Tipp 6:
Was schreiben?

Konzentrieren Sie sich auf den Inhalt
Gewiss, Sie schreiben in einer speziellen Situation; das kann dazu führen, dass man weniger locker an die Sache herangeht.
Es gibt einen kleinen Trick: denken Sie an die Sache, die Sie schreiben.
Das kann völlig banal sein: Sie beschreiben, was Sie sehen, wenn Sie aus dem Fenster blicken, sie erzählen von einem Hobby, einem spannenden Film, einem gemütlichen Essen, einem tollen Erlebnis .... oder auch ganz einfach, warum Sie eine Handschriftprobe verfassen.

Tipp 7:
Wieviel Text?

Schreiben Sie eine Seite A4
Gerade weil die Situation etwas speziell ist, ist es wichtig, dass Sie einen genügend langen Text schreiben.
Zu Beginn sind Sie vielleicht noch etwas zaghaft, aber gerade wenn Sie Tipp 6 beachten, dann läuft das Schreiben zunehmend lockerer.

Einen genügend langen Text braucht es auch, damit ich innerhalb der Schriftprobe Vergleichsmöglichkeiten habe.
Zudem kommt es ja auch auf die Raumaufteilung an, und die kann ebenfalls nur mit ausreichend Textmaterial beurteilt werden.

Tipp 8;
Welche Form?

Schreiben Sie einen fortlaufenden Text
Ein Gedicht, ein Formular, ein Geschäftsbrief sind wenig geeignet für eine Handschriftanalyse. Diese Texte werden nach definierten Regeln verfasst, die Zeilen sind kurz, die Raumverteilung vorgegeben.
Und Sie wissen ja jetzt, dass die Raumaufteilung auch untersucht wird.
Schreiben Sie darum einfach einen fortlaufenden Text, wie wenn Sie einen Brief oder einen Tagebucheintrag verfassen würden.

Tipp 9:
Unterschrift

Unterschrift nicht vergessen
Interessant ist auch der Vergleich zwischen Textschrift und Unterschrift.
Oft ist die Unterschrift anders, vielleicht nachlässiger geformt (vor allem, wenn Sie einen langen Namen haben) oder mit individuellen Zügen ergänzt.

Tipp 10:
Verschiedene Schriften?

Sie haben verschiedene Schriften?
Sie schreiben nicht immer gleich? Sie haben beispielsweise eine "private" und eine "offizielle" Schrift? Oder Sie schreiben manchmal in Druckschrift und manchmal in Laufschrift?
Da sind Sie in guter Gesellschaft.
Aber: In vielen Fällen ist der Unterschied aus graphologischer Sicht nicht so gross wie vermutet. Urteilen Sie selbst:

Vergleich Druckschrift und Laufschrift: Druckschrift

Ein Text in Druckschrift

Vergleich Druckschrift und Laufschrift: Laufschrift

Die Laufschrift von der gleichen Schreiberin

Trotzdem: geben Sie mir Muster der verschiedenen Schriften, Sie können beispielsweise auch einfach einen Notizzettel beilegen, um zu zeigen, wie die private und darum nicht so sorgfältige Schrift aussieht.

Tipp 11:
Besonderheiten

Teilen Sie mir Besonderheiten mit
Alles, was das Schreiben beeinflussen kann, sollte mir bekannt sein.
Teilen Sie mir also mit

  • wenn Sie mit der linken Hand schreiben
  • wenn Sie auf die rechte Hand umgeschult worden sind
  • wenn Sie nicht in der Schweiz schreiben gelernt haben (andere Länder - andere Schriftvorlagen)
  • wenn Sie oft einen Schreibkrampf haben
  • wenn sonst eine besondere Situation ist, beispielsweise eine Verletzung an der Schreibhand oder am Arm
Tipp 12:
Privatgutachten

Falls Sie ein privates Gutachten erstellen lassen möchten
Wenn Sie Schriftproben aus früheren Jahren beilegen, dann kann ich die Schriftentwicklung und damit auch die Entwicklung der Persönlichkeit noch besser einschätzen.

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Die Tipps können Sie auch auf einem Merkblatt herunterladen.

Nützliche Tipps



Marguerite Spycher | Dipl. Graphologin | Im Marbach 37 · CH-8800 Thalwil | E-Mail: m.spycher(at)grapho.ch